Tierärzte Herzogstraße

Inhalationsnarkose/Anästhesie

Nächste kardiologische Sprechstunde bei Frau Dr. Finkenstädt am 17.06.2019

Operationen und damit verbundene Narkosen stellen für Tier und Besitzer oft schwierige Situationen dar. Damit Sie und Ihr Liebling sich gut aufgehoben fühlen, legen wir in unserer Tierarztpraxis Herzogstraße in Düsseldorf besonderen Wert auf eine optimale Vorbereitung des Patienten und auf ein ausführliches Beratungsgespräch (i.d.R. durch den Chirurgen persönlich), in dem keine Frage unbeantwortet bleibt. Das Narkosemanagement erfolgt bei uns unter humanmedizinischem Standard.

Voruntersuchung auf die Narkosetauglichkeit:

Für die ausführliche Untersuchung auf die Narkosetauglichkeit benötigen wir in manchen Fällen neben der allgemeinen Untersuchung auch eine Blutuntersuchung zur Einschätzung der Funktionsfähigkeit der Organe, ein Röntgenbild vom Brustkorb zur Beurteilung von Herz und Lunge und/oder einen Herz-Ultraschall incl. EKG zur Untersuchung des Herzfunktion. Anschließend nehmen wir eine individuelle Einteilung nach den ASA-Risikogruppen (American Society of Anesthesiologists) vor und passen das entsprechende Narkoseregime an. Nach erfolgter Voruntersuchung wird nun ein Operationstermin mit Ihnen besprochen (Notfälle werden natürlich sofort chirurgisch versorgt).

Am Tag der Operation muss Ihr Hund oder Ihre Katze nüchtern zu uns kommen, damit ein Erbrechen in Narkose verhindert wird. Die Fütterung sollte also am Vortag ab 20 Uhr eingestellt werden. Trinken darf Ihr Tier noch bis zum Morgen der Operation. Heimtiere (Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse etc.) dürfen nicht nüchtern gelassen werden, sie müssen bis zur Operation weiter gefüttert werden. Unsere Patienten werden vor, in und nach der OP mit Infusionen versorgt, dadurch wird für einen ausreichenden, kontinuierlichen Flüssigkeitshaushalt gesorgt.

Braunüle legen:

Die Narkoseeinleitung für die Intubation erfolgt durch kurzwirksame, intravenös verabreichte Anästhetika, die über einen Verweilkatheter (Braunüle) gegeben werden. Die Braunüle wird am Bein fixiert und stört die Tiere nicht. Dieser stets vorhandene venöse Zugang dient außerdem der Verabreichung von Infusionen und dem schnellen Verabreichen von Medikamenten in etwaigen Notsituationen.

Inhalationsnarkose und Intubation:

Bei jedem chirurgischen Eingriff und bei jedem Patienten (unabhängig von Alter und Rasse) führen wir ausschließlich kreislaufschonende Inhalationsnarkosen über Intubation durch. Hierbei werden gasförmigen Narkotika bei Hund, Katze und Kaninchen mittels eines in die Luftröhre plazierten Tubus bzw. bei kleineren Heimtieren mittels Atemmaske in die Lunge geleitet. Das verwendete Narkosegas ist ein Gemisch aus Sauerstoff und Isofluran. Anders als bei der Injektionsnarkose (d.h. die Narkosemittelverabreichung über Spritze) ist die gasgeführte Narkose deutlich besser steuerbar, so dass wir bei einem kritischen Zustand jede OP sofort abbrechen und das Tier aufgrund der schnellen Abflutung des Narkosegases so zügig wie möglich aufwachen lassen können. Weitere Vorteile der Inhalationsnarkose sind, dass die verwendeten Inhalationsanästhetika kaum individuellen Schwankungen in Aufnahme, Verteilung und Wirkung unterliegen und dessen Ausscheidung nahezu unabhängig von Leber und Niere sind. Zudem verhindert das Platzieren des Tubus in der Luftröhre die Aspiration von Sekreten in die Lunge bei eventuellem Erbrechen in der Narkose. Bei längeren Eingriffen haben wir außerdem durch die Intubation die Möglichkeit, unsere Patienten aktiv beatmen zu können, um eine kontinuierliche Sauerstoffversorgung gewährleisten zu können. Auch akute Atemstillstände können über die Beatmung abgefangen werden, so dass der Gesundheitszustandes der Tiere während der OP nicht gefährdet wird.

Weitere Anästhesiemöglichkeiten:

Kleinere, oberflächliche Eingriffe (wie z.B. Hautbiopsien oder die Entfernung kleiner Warzen oder Hauttumore) können auch am wachen Tier unter Lokalanästhesie durchgeführt werden. Entweder trägt man ein flächenwirksames Anästhetikum auf das zu betäubende Areal auf und/oder man unterspritzt den Bezirk mit lokal wirksamen Medikamenten.

Monitorgesteuerte Narkoseüberwachung:

Während der gesamten OP-Dauer werden die Vitalparameter von unseren Anästhesistinnen permanent über Monitore überwacht. Dies ermöglicht das rechtzeitige Erkennen von Problemen und ein frühzeitiges Eingreifen, um eine bedrohliche Situation schon im Vorfeld abzufangen. Während der Narkose werden folgende Vitalparameter überwacht und reguliert:

Vitalparameter

  • Sauerstoffgehalt im Blut
  • Konzentration, der in der Atemluft enthaltene Kohlendioxid-Gehalt
  • Herzfrequenz
  • EKG-Überwachung des Herzrhythmus
  • Blutdruck
  • Körperinnentemperatur

Die Aufwachphase:

Die Aufwachphase benötigt besondere Aufmerksamkeit, deshalb geben wir unsere Patienten nicht schlafend nach Hause. Ihr Tier bleibt nach der Operation zunächst unter guter Beobachtung bei uns auf der Aufwachstation, bis der Tubus entfernt werden kann. Danach kann es zusammen mit Ihnen in unserem separierten Ruheraum wach werden. In dem Moment, wo Ihr kleiner Freund in der Lage ist aufzustehen, geht es auch schon wieder nach Hause. Da jedes Tier abhängig von der Rasse, dem Alter, dem Gesundheitszustand und der Länge der Operation die Narkose unterschiedlich lang verstoffwechselt, kann man die Dauer der Aufwachphase nicht voraussagen. In der Regel kann man von ca. 1 Stunde ausgehen. Insofern bringen Sie bitte genügend Zeit mit, wenn Sie bei Ihrem Tier beibleiben wollen. Wir bieten Ihnen aber auch einen stationären Aufenthalt für die Zeit an und sobald Ihr Tier bereit ist, nach Hause gehen zu können, rufen wir Sie gerne an.